2 August 2020

Edward Dębicki

Holocaustüberlebende(r)

Gedenkrede zum 2. August 2020, Internationaler Gedenktag an den Holocaust an Sinti und Roma

Liebe Gäste, liebe Landsleute!

Trotz meiner 85 Jahre sind die Erinnerungen an meine Tragödie und die Tragödien meiner Landsleute immer noch in mir präsent und sehr lebendig. Deshalb appelliere ich an die Zeugen dieser Traumata unter dem Nazi-Regime.

Lassen Sie die Erinnerung an diese Tragödie nicht verblassen, lassen Sie sie nie schmälern! Die Wahrheit des Holocaust ist nur in uns, den Zeugen der menschlichen Zerstörung, und nur wir können ihr ein authentisches Bild verleihen.

Geben Sie dieses schwarze Bild an die junge Generation weiter, die stets wachsam sein und auf die geringste Manifestation von Rassismus reagieren muss, damit er nicht zu einer großen Tragödie wird.

Herr Gott, beschütze die ganze Welt!

Biografie

Edward Dębicki wurde am 4. März 1935 in Kalusch in der heutigen West-Ukraine geboren. Er ist Schriftsteller, Akkordeonist und Komponist. Seine Kindheit verbrachte er in einer durch Podolien, Wolhynien und das Gebiet um Vilnius reisenden Roma-Gruppe. Nach dem Krieg hielt er sich in Westpolen auf. Er besuchte die Akkordeonklasse der Musikschule Gorzów, welche er 1953 beendete. 1955 gründete er das weltberühmte Musiktheater »Terno« und 2002 die Stowarzyszenie Twórców i Przyjaciół Kultury Cygańskiej im. B. Wajs-Papuszy (›Bronisława-Wajs-Gesellschaft der Schöpfer_innen und Freund_innen der Zigeunerkultur‹).

Dębicki hat knapp 200 Lieder komponiert, unter anderem »Cygański wóz« (›Zigeunerwagen‹) nach Worten von Jerzy Ficowski sowie »Idź swoją drogą« (›Geh deinen Weg‹), welches 1995 den Grand Prix auf dem Polnischen Lied-Festival in Opole gewonnen hat. Dębicki komponierte die Musik zu Filmen von Władysław Ślesicki, Jan Łomnicki sowie Ryszard Filipski. Er ist Autor des Gedichtbandes »Pod gołym niebem« (›Unter freiem Himmel‹, 1993) und zweier Erinnerungsbände: »Ptak Umarlych« (›Totenvogel‹, 2004) sowie »Wczorajszy ogień« (›Gestriges Feuer‹, 2012).

Er ist Initiator und künstlerischer Leiter der »Romane Dyvesa« − einem internationalen Treffen von Roma-Ensembles, welches seit 1989 in Gorzów Wielkopolski ausgetragen wird. Dębicki wurde unter anderem mit dem Orden Polonia Restituta sowie mit der Gloria-Artis-Goldmedaille für kulturelle Verdienste ausgezeichnet.

Testimonies of Holocaust Survivors

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