RomArchive

Digitales Archiv für die Kunst und Kultur der Roma

RomArchive ist ein digitales Archiv für die Kunst und Kultur der Roma. Es umfasst mehr als 5.000 kulturelle Beiträge aus allen Genres, die über mehrere Jahrhunderte entstanden sind und aus verschiedenen Herkunftsländern stammen. Sie sollten ebenfalls im Holocaust vernichtet werden. Zusammen mit zeitgenössischen Dokumenten und wissenschaftlichen Auswertungen wurden sie archiviert und sind für die Öffentlichkeit zugänglich.

Als international zugänglicher Raum, der Roma-Kulturen und -Geschichten sichtbar macht, reagiert das RomArchive sowohl auf die von anderen auferlegten Zuschreibungen als auch auf festgefahrene Stereotypen, indem es von Roma selbst erzählte Gegendarstellungen bereitstellt. RomArchive versteht sich als eine stetig wachsende Plattform, die Sammlungen mit repräsentativen Inhalten bietet. Neben den veröffentlichten Materialien unterhält RomArchive ein internes Archiv mit weiteren Medien, darunter auch Texte und Bilder.

Ein internationales Team von vierzehn Kuratoren war für die Planung von Form und Inhalt der zehn einzelnen Archivsektionen verantwortlich: Bildende Kunst, Film, Literatur, Musik, Tanz, Theater und Schauspiel sowie für die interdisziplinäre Sektion Flamenco. Darüber hinaus gibt es Archivbereiche zu den Themen Politik der Photographie und dem Bürgerrechtsbewegung der Roma als auch die "Stimmen der Opfer"", die Zeugnisse von Sinti und Roma wiedergeben, die während der NS-Zeit verfolgt wurden. Ein internationaler Beirat unterstützte und beriet die Kuratoren und legte die strategischen Richtlinien für das Projekt fest. Dazu gehörte die Entwicklung der ethischen Richtlinien und der Sammlungspolitik sowie die Entscheidung, welche Organisation die Verantwortung für das Projekt übernehmen würde. Der Beirat setzt sich aus Künstlern, Wissenschaftlern und Aktivisten sowie aus Vertretern internationaler Roma-Organisationen zusammen, die in den Bereichen Kunst, Kultur und Wissenschaft tätig sind. Die kuratorischen Teams und der Beirat sind überwiegend mit Roma besetzt.

Die an dem Projekt beteiligten Personen - einschließlich der verschiedenen Arbeitsgruppen sind dies etwa 150 Personen aus fünfzehn Ländern aus ganz Europa und darüber hinaus - bilden ein globales Netzwerk von Kulturschaffenden und Künstlern, Wissenschaftlern, Theoretikern und Aktivisten, von denen die meisten einen Roma-Hintergrund haben.

RomArchiv ging im Januar 2019 online. Im März 2019 hat das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma die Trägerschaft übernommen.

RomArchive wurde mit dem Großen Preis des prestigerträchtigen European Heritage Awards / Europa Nostra Awards 2019 für seine herausragende Arbeit der Digitalisierung von Kunst und Kultur der Sinti und Roma ausgezeichnet. Zusätzlich ist es Gewinner des Grimme Online Award 2020.

Holocaust an den Sinti und Roma

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