Roma und Sinti Philharmoniker; Foto: Jarek Praszkiewicz, Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma.

Requiem für Auschwitz

Konzert der Roma und Sinti Philharmoniker anlässlich des Europäischen Holocaust-Gedenktages für Sinti und Roma 2019

Roma und Sinti Philharmoniker

Die Roma und Sinti Philharmoniker wurden 2002 gegründet, um in der Sinti- und Roma-Kultur verwurzelte Musikstücke aufzuführen und das musikalische Erbe der Roma und Sinti zu pflegen. Es besteht aus professionell ausgebildeten Roma- und Sinti-Musikern, die hauptberuflich in Sinfonie- und Opernorchestern Europas engagiert sind. Es wird von Riccardo M Sahiti künstlerisch geleitet. Die Roma und Sinti Philharmoniker haben sich zum Ziel gesetzt, das musikalische Erbe der Roma und Sinti mit ihrer jahrhundertealten Musiktradition und ihren mannigfaltigen Einflüssen auf die klassische Musik aufzuzeigen und zu bewahren. Sie führen Konzerte auf, deren Programme orchestrale Werke enthalten, die die stilistische Einflussnahme durch die Musik der Roma und Sinti in sich tragen. Außerdem sind für sie im Laufe der Jahre mehrere zeitgenössische Kompositionen als Auftragswerke entstanden, die Roma- und Sinti-Einflüsse bewusst aufgreifen und kompositorisch verarbeiten. Die Roma und Sinti Philharmoniker verstehen sich als Botschafter der Roma- und Sinti-Musikkultur.

Riccardo M Sahiti, gebürtiger Roma, schloss 1990 seine Studien in Dirigieren und Musikpädagogik an der Fakultät für Musikkunst in Belgrad bei Prof. Stanko Sepic ab. Diese Ausbildungsphase vertiefte er durch opernsinfonisches Dirigieren am Konservatorium »P. I. Tschaikowsky« in Moskau bei Yuri Ivanovic Simonov sowie an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main bei Prof. Jiri Starek. Er besuchte Meisterkurse bei Jorma Panula und Péter Eötvös. Dirigiererfahrung sammelte er unter anderem vor Orchestern wie den Belgrader Philharmonikern, Schlesischen Philharmonikern Kattowitz, dem Radio-Sinfonieorchester Beograd und dem Sinfonieorchester Savarija Szombathely, Ungarn. Seit 2002 ist Riccardo M Sahiti künstlerischer Leiter und Dirigent der Roma und Sinti Philharmoniker. Im Jahr 2016 erhielt er von Bundespräsident Joachim Gauck das Bundesverdienstkreuz für seine Arbeit mit den Roma und Sinti Philharmonikern.

Das Orchester trat in internationalen Konzertreihen wie dem Beethoven-Fest Bonn, Menuhin-Festival Gstaad und Heidelberger Frühling auf. Konzerte führte es in so bedeutende Häuser wie Nieuwe Kerk Amsterdam, Rudolfinum Prag, Philharmonie Berlin, Alter Oper Frankfurt, Staatstheater Wiesbaden und Dresdner Frauenkirche. Im Jahr 2015 strahlte der europäische Kultursender „Arte” eine über 50-minütige Dokumentation über die Roma und Sinti Philharmoniker und seinen Dirigenten Riccardo M Sahiti aus.

Requiem für Auschwitz von Roger Moreno-Rathgeb

Der schweizerisch-holländische Sinto-Komponist, Musiker und Arrangeur Roger Moreno-Rathgeb hat sein „Requiem für Auschwitz“ allen Opfern des nationalsozialistischen Regimes gewidmet. Es entstand unter dem Eindruck seines persönlichen Besuchs der KZ-Gedenkstätte in Auschwitz. „Schon, als ich das Areal von Auschwitz betreten hatte, entstand bei mir das Anfangsthema des Requiems in meinem Kopf“, erinnert sich der Komponist an die Entstehung des einstündigen Werkes, die sich dann als Ausdruck seines individuellen „Traumas von Auschwitz“ und Schreibblockade manifestierend über mehrere Jahre erstrecken sollte. Das „Requiem für Auschwitz“ bedient sich der Textvorlage der lateinischen Requiem-Messe und erklingt in einer expressiven Tonsprache mit deutlichen stilistischen Prägungen im Sinne der Roma- und Sinti-Musiktradition. Nach der Uraufführung in den Niederlanden erlebte es weitere Aufführungen in mehreren europäischen Großstädten wie Krakau, Prag, Berlin, Budapest, Frankfurt, Dresden und Wiesbaden.

 

 

Musik zur Erinnerung

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