Foto: Jaroslaw Praszkiewicz

Kinder

Auszug aus "Die Vernichtung der europäischen Roma im KL Auschwitz"

Ins Zigeunerfamilienlager wurden insgesamt ca. 9500 Kinder vor dem 15. Lebensjahr deportiert. Sie bildeten fast die Hälfte aller Roma, die in Auschwitz ums Leben kamen. Im Zigeunerfamilienlager selbst wurden 371 Kinder geboren. 323 davon starben, die Hälfte überlebte die ersten 40 Tage nach der Geburt nicht.

Zuerst starben die Kinder. Tag und Nacht weinten sie nach Brot (…). Auch die Kinder, die in Auschwitz zur Welt gebracht wurden, haben nicht lange gelebt. Das einzige, worum sich die SS bei diesen Neugeborenen kümmerte, war, dass sie gleich ordnungsgemäß tätowiert wurden. Die meisten starben wenige Tage (…) nach ihrer Geburt.

Aus einem Bericht von Elizabeth Guttenberger, die im Zigeunerfamilienlager inhaftiert war. Zit. nach Gedenkbuch. Die Sinti und Roma im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau, München – London – New York – Paris 1993, Bd. 2.

Der Kinderkrankenbau

Von den kleinsten Babys bis hin zu Sechzehnjährigen waren dort alle Kinder zusammen. Es wüteten Scharlach, Gangrän, Krebs, diverse Geschlechtskrankheiten (...), Tuberkulose, Typhus, Keuchhusten, Diphtherie, Masern, alle möglichen Krankheiten. (...) Es war schrecklich. Die ganze Atmosphäre dieses Blocks bestand nur aus dem unaufhörlichen Weinen der Kinder. (...) Die Kinder bekamen sowieso schon sehr wenig zu essen, und ein Teil davon wurde auch noch von verschiedenen grausamen Menschen (...) und den Funktionshäftlingen gestohlen. Die Sterblichkeit der Kinder war enorm – jeden Tag starben 10-15 Kinder. Auf der einen Seite des Blocks kamen die Mütter weinend an, weil sie wussten, dass sie ihre Kinder nicht wiedersehen würden. Auf der anderen Seite suchten andere Mütter bereits ihre Kinder unter den Toten.

Aus einem Bericht des ehemaligen Häftlings František Janouch, der als Arzt im Zigeunerfamilienlager eingesetzt war. Archiv des Staatlichen Museums Auschwitz-Birkenau (APMA-B), Bestand Oświadczenia [Berichte], Bd. 76, 192- 195. Übersetzung aus dem Polnischen.

Waisenkinder

Im Mai 1944 wurden 35 Roma- und Sinti-Waisenkinder aus der von Nonnen geführten St. Josefspflege in Mulfingen nach Auschwitz-Birkenau deportiert. Die Kirche widersetzte sich der Deportation der Kinder nicht und unternahm keine Versuche, sie zu retten. Einige von ihnen wurden später Opfer von medizinischen Versuchen der SS-Ärzte in Auschwitz. Nur drei der 35 Kinder überlebten. Ins Zigeunerfamilienlager kamen zudem auch Kinder aus anderen Waisenheimen sowie Kinder, die ihren Pflegefamilien entrissen worden waren.

Die Zigeunerkinder, manche noch in den Windeln, wurden von den NSV-Krankenschwestern ins KL Auschwitz gebracht. Manche trennten sich nur unter Tränen von den Kindern, sie hatten sie wohl liebgewonnen. Diese Kinder wurden nicht vergast, sondern in das Zigeunerlager in Birkenau gebracht. Zu uns brachte man sie zwecks Aufnahme der Personaldaten, die uns von ihren Begleitpersonen genannt wurden. Ich vermute, dass die Kinder zum Teil aus verschiedenen Waisenheimen kamen.

Aus einem Bericht des ehemaligen Häftlings Kazimierz Smoleń, der im Lager als Schreiber eingesetzt war. Archiv des Staatlichen Museums Auschwitz-Birkenau (APMA-B), Bestand Oświadczenia [Berichte], Bd. 76, 186. Übersetzung aus dem Polnischen.

Sinti und Roma in Auschwitz

Sign of Block 11; photo taken by Jaroslaw Praszkiewicz.

Block 11

Auszug aus "Die Vernichtung der europäischen Roma im KL Auschwitz"

Photo of flower in front of barbed wire fence taken in Auschwitz-Birkenau by Jaroslaw Praszkiewicz.

Fluchten

Auszug aus "Die Vernichtung der europäischen Roma im KL Auschwitz"

Photo of KL Auschwitz II-Birkenau taken by Jaroslaw Praszkiewicz.

Kinder

Auszug aus "Die Vernichtung der europäischen Roma im KL Auschwitz"

Website erstellt von

Website unterstützt von

In Zusammenarbeit mit