Letzter Teil der ständingen Ausstellung Heidelberg. Der Rundgang endet mit einer Wand, welche die Namen der über 21.000 Sinti und Roma trägt, die nach Auschwitz-Birkenau deportiert und nahezu allesamt ermordet wurden; Foto: Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma.

Die Eröffnung des Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma

Die Bürgerrechtsbewegung deutscher Sinti und Roma hatte erstmals nach Beendigung des Hungerstreiks in Dachau 1980 die Errichtung eines Dokumentations- und Kulturzentrums gefordert. Dieses sollte als Symbol des neuen Selbstbewusstseins der Minderheit in die Gesellschaft wirken und den NS-Völkermord an den Sinti und Roma dokumentieren. Die Stadt Dachau und der bayerische Landtag hatten dies jedoch abgelehnt, da sie fürchteten, dass Vorurteile gegenüber Sinti und Roma auch der Kommune schaden konnten. Im Marz 1997 wurde die erste Dauerausstellung zum NS-Völkermord an Sinti und Roma im Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg eröffnet. Seit 1986 hatten die Freudenberg Stiftung und der Unternehmer Hermann Freudenberg die Konzeption und Entwicklung des Zentrums unterstützt, sowie für den Erwerb des Gebäudes 1987 in der Bremeneckgasse 2 in Heidelberg gebürgt.

Über 700 nationale und internationale Gäste wohnten dem Festakt zur Eröffnung im Innenhof des Zentrums bei, darunter Unterstützer wie die Pianistin Hephzibah Hauser und ihr Bruder, Lord Yehudi Menuhin. Bundespräsident Roman Herzog hielt in seiner Rede fest:

„Der Völkermord an den Sinti und Roma ist aus dem gleichen Motiv des Rassenwahns, mit dem gleichen Vorsatz und dem gleichen Willen zur planmäßigen und endgültigen Vernichtung durchgeführt worden wie der an den Juden. Sie wurden im gesamten Einflussbereich der Nationalsozialisten systematisch und familienweise vom Kleinkind bis zum Greis ermordet.“

Das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma versteht sich als Ort der Begegnung, des Dialogs sowie des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. Mit seiner weltweit ersten Dauerausstellung zum NS-Völkermord an den Sinti und Roma bildet diese zentrale Einrichtung der Minderheit eine Brücke zwischen historischer Erinnerung und Gegenwart.

 

 

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